Hundefell

Artgerechte Ernährung Ihres Hundes

Artgerechte Ernährung von Hunden

In meiner täglichen Arbeit mit HundehalterInnen und deren Tiere werde ich immer wieder mit grossen Verunsicherungen bezüglich der Ernährung und des „richtigen“ Futters konfrontiert.

Kaum ein Markt ist so lukrativ und so heftig beworben, wie der Heimtiermarkt. Kaum ein Markt arbeitet so stark mit emotionalen Bildern.

Zahlen und Fakten treten erst in den Vordergrund, wenn ein Tier erkrankt, Über- oder Untergewichtig wird, allergische Geschehen zeigt, Durchfälle, Energielosigkeit, Haar- Fellveränderungen und unzählige weitere Symptome, die Anlass zu Sorge geben.

Oft werde ich von TierhalterInnen als quasi „letzte Station“ um Unterstützung und Hilfe gebeten.

Sätze wie: „Ich habe schon alles probiert“ oder „mindestens zehn verschiedene Futter ausgetestet“ oder „er frisst ganz schlecht“ oder „ich gebe ihr nur die Hälfte der Ration, sie nimmt trotzdem zu“ oder „ich war schon bei …und es ist nicht besser geworden und weitere ähnliche Aussagen, sind alltäglich.

Damit verbunden sind oft lange Leidenswege für Mensch und Tier und manchmal ist es schon richtig teuer geworden.

In den zu überprüfenden Futterrationen von Fertigfuttern schaue ich mir die Protein- Kohlehydrat- Gemüsekomponenten, die Zusatzstoffe wie z.B. Hefe, Stoffe der Lebensmitteltechnologie, Konservierungsstoffe, Antioxidantien etc., die Vitaminisierung, Mineralisierung und die Fette an, um das Futter zu beurteilen.

In etlichen Trockenfuttern beträgt der Anteil an verarbeitetem Getreide und Zusatzstoffen 60%  und mehr.
Das wäre eigentlich der Anteil, den Muskelfleisch und Innereien einnehmen sollten.

Bei Nassfutter ist die Bilanz etwas besser. Leider sind gerade bei Biofuttern, die die Hochwertigkeit der Inhaltsstoffe ihres Futters hervorheben, zu wenige Analysedaten erhältlich, um ein vollständiges Bild über die Vitamin- und Mineralstoffabdeckung zu erhalten.

Auch gekochte- oder Barf-Rationen weisen teilweise grosse Mängel in der Vitamin- und Mineralstoffabdeckung auf.

  • Unter- oder Überversorgungen mit Vitaminen und Mineralstoffen über einen längeren Zeitraum hinterlassen Spuren.
  • Nicht adäquate Inhalthaltstoffe im Futter hinterlassen Spuren. (Beispiel Katze: Sie braucht keine Kohlehydrate, sie ist ein reiner Fleischfresser, dennoch enthalten Katzenfutter teilweise einen massiven Kohlehydratüberschuss.)
  • Unsachgemässe Zusammensetzungen von Barf-Rationen hinterlassen Spuren.   

Alles Spuren, die zu ernsthaften Erkrankungen führen können.

Beispiel einer Barf-Ration, die aktuell über das Internet vertrieben wird. Der Werbeslogan lautet: "Fertiges Menu mit allem was Ihr Hund braucht!"


Besonders gravierend an dieser "Futter-Komposition" ist das Verhältnis von Calcium und Phosphor.

Ein Überschuss von Phosphor vermindert die Aufnahme von Kalzium, Magnesium, Zink und Eisen. Im Gegensatz zu Kalzium wird die Aufnahme von Phosphor selbst nicht reguliert, sodass dieser Stoff vermehr in den Organismus gelangt und über die Nieren wieder ausgeschieden werden muss. Dabei sind langfristige Nierenschäden möglich. Die Unterversorgung von Jod kann zu Schilddrüsen-Unterfunktion, Wachstums- und Hormonstörungen, allgemeiner Mattigkeit, allgemeinem Leistungsabfall führen.

Eine Unterversorgung von Kupfer kann zu Veränderungen an der Haut, den Knochen, den Bändern und Sehnen, aber auch zu Veränderungen im Blut führen.

Eine Unterversorgung von Vitamin A kann zu  Bindehaut-Entzündungen, Hornhauttrübungen, Infektionsanfälligkeit, Knochenstoffwechselstörungen, sowie Hörausfall, Hautläsionen und Nervenschädigungen führen. Bei Hunden im Wachstum führt ein Vitamin A-Mangel schneller zu solchen Ausfällen und verursacht zudem noch Wachstums- und Knochenentwicklungsstörungen, sowie schlechter Futteraufnahme. Bei trächtigen Hündinnen kann eine Unterversorgung Missbildungen oder Schwäche der Welpen und Totgeburten zur Folge haben.

Eine Unterversorgung mit Vitamin D3 führt zu ungenügender Mineralisierung des Skeletts (Rachitis), kann aber auch zu Zahnausfall, zu Muskelschwäche, zu vergrösserten Gelenken, zu nervösen Störungen u.s.w. führen.

Was da rein kommt, hinterlässt Spuren ……
in welche Richtung bestimmen Sie.